DIE SAGE VON POTT JOST

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Es war einmal ein Mann, der nannte sich Jost. Da er nun mit irdenen und steineren Töpfen handelte, hieß man ihn überall, wo er hinkam "Pott Jost". Dieser Mann hatte, als er von Hohenlimburg nach Altena kam, am Sassenscheidt das Unglück, mit seinen zerbrechlichen Waren zu fallen und dieselben in Scherben verwandelt zu sehen.
Er war als Kaufmann gefallen, als Bettler stand er wieder auf. So kam er in Altena an.
Hier nahm man recht regen Anteil an seinem Unglück. Man unterstützte ihn, doch nicht, wie er es gewünscht hätte, nämlich mit Geld. Man gab ihm Noppen (Drahtabfälle).Die Not, in der er auf diese Weise blieb, brachte, als größte Erfinderin seit Jahrtausenden bewährt, auch ihn auf einen glücklichen Gedanken, nämlich mit jenem Draht seine zerbrochenen Töpfe wieder zusammenzubinden. Pott Jost starb, aber seine Erfindung blieb nicht nur am Leben, sondern sie dehnte sich in alle Weltgegenden aus, daß man gleich auf den Töpfereien neue Töpfe mit einem dichten Drahtgewebe umzog, während man zu Anfang nur kurze Noppen gebrauchte, um die durchbohrten Scherben aneinander zu binden.
Quelle: "Altena und seine Schützen", Wilhelm Simons, 1967

Aus dieser Hilfe zur Selbsthilfe, die aus dem ehemaligen Kaufmann, dann Bettler, einen gemachten und wohlhabenden Mann machte und der Altenaer Drahtindustrie neue Märkte eröffnete und den Reidemeistern und Zögern Auskommen und Wohlstand bescherte, entstand der Wahlspruch der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft:

"Einer für Alle, Alle für Einen !"

 

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